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Bester Whisky der Welt aus Japan

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Bester Whisky der Welt aus Japan

19.07.2016, 13:44 Uhr | wanted.de/Frank Lansky/AFP

Bester Whisky der Welt aus Japan. Dieses Jahr kommt der beste Whisky der Welt aus der japanischen Yamazaki-Destille. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Dieses Jahr kommt der beste Whisky der Welt aus der japanischen Yamazaki-Destille. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Die Auszeichnung für den weltbesten Whisky ist erstmals nach Japan gegangen. Der Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 erreichte in der aktuellen "Jim Murray's Whisky Bible" den Rekordwert von 97,5 von 100 möglichen Punkten. Auf den Plätzen zwei bis vier folgen drei Bourbon aus den USA. Eine Niederlage für die Schotten, die ihren Scotch seit jeher als besten aller Whiskys rühmen.

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Super-Whiskys vom Nippon erzielen mittlerweile Höchstpreise. Seit fast hundert Jahren wird in Japan Whisky hergestellt. Warum auch nicht – von der Bodenbeschaffenheit ähnelt das Inselreich durchaus Schottland. Der Legende nach gelangt der Brand mit der Flotille von Admiral Matthew Perry im Jahr 1854 nach Japan, er beendet die selbst gewählte Isolation des Reiches. Als Gastgeschenk hat der Commodore Whisky mit an Bord. Schnell wird der Brand in Japan zum Getränk der oberen Zehntausend; auch die elitären Samurai schenken ihn sich gerne ein, weil er teuer und selten ist.

Billardkugel fürs Glas

Den diesjährigen Preisträger beschreibt der renommierte britische Experte Jim Murray als "dicht, trocken und abgerundet wie eine Billardkugel". Die Yamazaki-Brennerei aus der Nähe von Kyoto ist die älteste noch betriebene japanische Whisky-Brennerei. Sie wurde in den 1920er Jahren von Masataka Taketsuru mitbegründet, der zuvor seine Ausbildung in Schottland absolviert hatte.

Um Taketsurus Weg zum besten Whisky der Welt nachvollziehen zu können, sollte man ein Stück weiter in die Vergangenheit blicken: Als Woodrow Wilson 1918 im Russischen Bürgerkrieg US-Truppen nach Sibirien schickt, machen zwei Transporter mit seekranken Infanteristen in der japanischen Stadt Hakodate Halt, um Kohle zu bunkern. Gut 3700 Mann bekommen Landurlaub. In den Bars wird ein Brand mit dem queren Namen Queen George ausgeschenkt – die Truppe geht in die Knie, denn das Gebräu hat 86 Volumen-Prozent. Der Vorfall geht durch die Presse, offensichtlich stimmt etwas nicht mit der japanischen Version des Getränks. Kurz darauf reist ein junger Mann namens Masataka Taketsuru zum Studium nach Schottland.

Der Grundstein des Erfolgs

Taketsurus Familie braut schon seit 1733 Sake, der Junior studiert an der Universität in Glasgow. Whisky beeindruckt ihn enorm. Nach der Rückkehr mit seiner schottischen Gattin wird er von dem Unternehmer Shinjiro Torii eingestellt, der im Jahr 1899 im Alter von nur 20 Jahren in Osaka sein eigenes Weingeschäft namens Torii Shoten eröffnet hatte.

Whisky seit 1923

Torii eröffnet die erste Whisky-Brennerei auf dem Nihon im Jahr 1923 – diese liegt nahe der alten Kaiserstadt Kyoto im Tal des Yamazaki am Berg Tennozan. Der erste Suntory namens Shirofuda wird 1929 verkauft. Torii ist also der Vater des japanischen Whiskys. Taketsuru leitet die Yamazaki-Brennerei elf Jahre lang, will aber sein eigener Chef werden. Er bevorzugt ein Gebiet, das Schottland mehr ähnelt. So zieht es ihn auf die Insel Hokkaido im Norden Japans. Taketsuru baut die Destillerie Yoichi auf, daraus wird im Jahr 1954 Nikka. Beide Destillen spornen sich seitdem zu immer neuen Höchstleistungen an.

Japan ein lukrativer Markt

Insgesamt gibt es in Japan nur fünf große Anbieter, neben Suntory und Nikka sind dies noch Kirin, Venture Whisky und Eigashima Shuzo. Ihnen gehören insgesamt nur acht Brennereien auf dem Inselstaat. Damit geht es den wenigen Herstellern blendend – denn sie versorgen einen großen Markt von 126 Millionen Menschen. Zum Vergleich: In Schottland leben gut fünf Millionen Menschen, es gibt aber 120 Destillen, inklusive der eingemotteten. Schon dank der großen heimischen Nachfrage und wegen der Nähe zu den durstigen Kunden in Taiwan, China und Thailand schwimmen die Japaner im Geld – und deshalb können sie es sich leisten, nur Premium-Whiskys auf den Markt zu bringen. Deshalb forderte Whisky-Experte Murray die schottischen Brennereien in seinem Leitartikel dazu auf, sich nicht länger auf Verdiensten der Vergangenheit auszuruhen: "Wo waren die komplexen Whiskys auf dem Höhepunkt ihres Lebens? Wo waren die Mischungen mit verblüffendem Tiefgang?", fragte Murray. Er empfahl den Schotten eine "kleine Portion Demut" und eine "Rückkehr zu den Anfängen".

Schottisches Wissen und japanischer Sake

Japanische Konzerne haben sich seit Mitte der 1980er Jahre in die schottische Whisky-Landschaft eingekauft. Sie nutzen damit die Rezession in Westeuropa nach den beiden Ölschocks der Siebziger – damals gingen traditionsreiche Destillen zuhauf in die Knie. So gehören dem Suntory-Konzern die Marken Auchentoshan, Bowmore und Glen Garioch. Nikka hat sich Ben Nevis gesichert.

Die japanischen Destillen haben außerdem einen großen Vorrat an exzellenten Fässern aus spanischer Eiche und vorheriger Sherry-Abfüllung aufgebaut. Eine weitere Besonderheit: Der Brand wird mitunter in Fässern aus japanischer Eiche gereift – darin wurde zuvor der süß-saure Reiswein Sake gelagert. Somit bringen die Japaner weiche Noten ins Glas; übermäßig harte Aromen von Torf oder Rauch werden Sie in japanischem Whisky eher selten finden. Vielmehr dominiert der volle, runde Geschmack von Trockenobst, Honig und Rosinen, gepaart mit einem malzigen Einschlag und holzigen Düften.

"Lost in Translation" und Top-Preise

Als Startschuss für die Begeisterung der jüngsten Vergangenheit gilt der Film "Lost In Translation" aus dem Jahr 2003. Der leicht depressive Streifen ist der Durchbruch für Scarlett Johansson und ein kleines Comeback für US-Schauspieler Bill Murray.

Schon 2006 gibt der Yamazaki einen ersten Warnschuss ab, als der "Yamazaki 18 Jahre" auf der International Wine & Spirit Competition als "Bester Whisky Weltweit" ausgezeichnet wird. Danach sammelt er Ehrungen en masse. Den wohl renommiertesten Preis in der Whisky-Welt, den World Whisky Award, den das Whisky Magazine vergibt, konnte er allerdings nicht gewinnen. Doch seit 2007 haben japanische Whiskys beständig mindestens eine der Top-Kategorien gewonnen. 2008 kommt der ganz große Durchbruch für die Japaner: Der 20-jährige Yoichi von Nikka wird in der Königskategorie zum weltbesten Single Malt gekürt. Der Japaner lässt 200 Konkurrenten hinter sich – und vor allem sticht er große Schotten aus – eine Schmach für das Heimatland des Lebenswassers. 2011 erfolgt der totale Durchmarsch: Alle drei Top-Preise der World Whisky Awards werden von den Japanern besetzt. Der "Yamazaki 1984" erobert die Krone als bester Single Malt der Welt; der "Taketsuru 21" wird wieder weltbester Blended Malt; der "Hibiki 21" behält die Position als World Best Blended Whisky. Und auch 2012 erobert sich mit dem Yamazaki 25 ein japanischer Brand den Weltmeister-Titel. Sonst kann es bis heute niemand mit den Schotten aufnehmen.

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