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Die perfekte Kombination aus Kuba

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Zigarren und Rum - das perfekte kubanische Doppel

30.09.2014, 11:14 Uhr | Matthias Martens/wanted.de

Die perfekte Kombination aus Kuba. Das perfekte kubanische Doppel: Zigarren und Rum von der Karibik-Insel (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Das perfekte kubanische Doppel: Zigarren und Rum von der Karibik-Insel (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Oh du tristes Berlin – an grauen Tagen macht sich in der Hauptstadt die Sehnsucht nach Kuba breit. Ergo muss es die perfekte Kombination von Zigarren und Rum richten. Gastronom und Zigarren-Sommelier Matthias Martens entführt Sie im Auftrag von wanted.de auf eine virtuelle Gourmet-Reise in die Karibik.

Foto-Serie mit 14 Bildern

Sonnenuntergänge am Malecon, Salsa und Son in der zur Straße hin offenen Bodega, Rum und frisch gerollte Zigarren. Nach wie vor sind Havanna und das Viñales Tal für mich mit die schönsten Orte dieser Welt. Da mich die Sehnsucht packte, traf ich mich vor geraumer Zeit mit einer Gruppe Aficionados, die gerade von einem Cubatrip nach Hause gekommen war. Mein Weg führte mich an einen der renommiertesten Plätze in Deutschland, wenn es um Rum geht - zu Dirk Becker's "Rum-Depot", gut versteckt in Schöneberg.

Ein idealer Herrenabend

Der Chef und seine rechte Hand ließen sich mit ein paar ausgezeichneten Zigarren zu mir an den Tisch bitten. Becker, Spirituosenexperte mit einer hervorragend ausgeprägten Sensorik, entschied sich für eine Partagas Serie C No.3 Edicion Limitada 2012. Dieses Meisterwerk bekommen Sie bei Zigarren Herzog, Cigarworld oder Noblego für rund 13 Euro.

Nicht weniger begabt Tom Maretschek, Bauträger und rund um den Leo-Club Berliner Bär bekannter Gourmet, der zu der schon gut gereiften H. Upmann Magnum 48 Edicion Limitada 2009 griff. Das belastet den Geldbeutel mit 9,30 Euro. Für mich blieb eine Juan Lopez Distinguidos Edition Regionales Alemania 2011, bei der sich etwa 13 Euro in Rauch auflösen – alles nur vom Feinsten.

Seltener Rum im Glas

Genau nach dieser Devise verlief der Griff ins Rum-Regal. Der 2003 Fine Cuban Rum stammt aus der Destille Sancti Spiritus im gleichnamigen Örtchen, wird vom englischen unabhängigen Abfüller fassweise eingekauft. Danach wird er in England in alten Bourbonfässern ge-finished. Er duftet dezent nach Vanille und Holz, die amerikanische Whiskeynote ist erkennbar.

Mit 43 Volumen-Prozent hat er ein ehrliches Rumaroma, die feine Honigsüße rundet ab. Ein eher unbekannter, aber hervorragender Rum. Zu haben für rund 40 Euro bei Rum Depot, Barfish oder in allen gut sortierten Läden. >>

Der 15 Jahre alte Ron Mulata ist ein Klassiker auf Kuba, auch wenn dort eher die jüngeren Qualitäten ausgeschenkt werden. Trotz seiner 38 Prozent wirkt er deftiger, am Gaumen eher seriös. Eine deutliche Holznote in der Nase und weniger Süße am Gaumen machten den reifen Genossen zum sehr guten Nachfolger im Dreierflight, zu haben für 40 Euro. Den Abschluss machte ein ebenfalls 15 Jahre alter, heute kaum mehr erhältlicher Rum, der Liberacion 15 años. Die feine Kokos- und dunkle Kakaonase erinnert an dunkle Schokolade. Am Gaumen eher erfrischend, mit einem kurzen sensorischen Innehalten vor einem ewigen Finale, ohne jede Schärfe bei genau 40 Prozent für 60 Euro. Die Rums hatten einzeln überzeugt, nun stand die Kombination mit dem Tabak an.

Die besten Kombos

Die Juan Lopez Distinguidos ER 2011 war kurz nach ihrem Erscheinen schon ausverkauft, auch wenn sie sich sensorisch gerade noch in der sogenannten "Sick Period" befand, einer frühen Reifephase in der vor allem kubanische Zigarren nachfermentieren und keinesfalls ihre volle Geschmacksfülle erreichen. Zweieinhalb Jahre später war keine Spur mehr davon geblieben, die Zigarre der Traditionsmarke, die eigentlich für ihre klassischen Robusto- und Corona Gorda-Formate bekannt ist, zeigte sich von Beginn an wunderbar sanft, cremig und mild.

Das schwer zu rollende Doppelfiguradoformat, welches sich am Brandende und am Mundende verjüngt, zieht hervorragend und brennt gerade ab. Die langsame Steigerung über den Rauchverlauf ist stabil und bereichert den Genussmoment gerade mit den verschiedenen Rums. Die englische Abfüllung 2003 Fine Cuban zeigt sich als wunderbare, hellfruchtige Ergänzung in dieser Sommerkombination. Beide Partner ergänzen sich trefflich und hinterlassen gerade am Beginn einen harmonischen Gesamtgeschmack. Im Mittelteil bekommt der 15-jährige Mulata seinen handfesten Auftritt mit Pfefferschärfe und sensorischem Grip am Gaumen eine Kombination für wirkliche Aficionados.

Der Ron Liberacion wirkt im Finale mit der Distinguidos erfrischend, der sehr präsente Nachhall lässt ein langes Miteinander zu und das Ausbleiben jeder Schärfe lässt der inzwischen würzigen Zigarre Raum, sich zu entwickeln.

Die H.Upmann Magnum 48 ist eine etwas dünnere Robusto, die Marke steht für milde, eher leichte Cigarren. Doch die Ediciones Limitadas bilden eine Ausnahme: >>

Schon zu Beginn präsentiert sich die Zigarre bei sehr leichtem Zug mittelkräftig und würzig, mit Lederaromen und bittersüßer Schokoladennoten. Hierüber freut sich der 2003er Fine Cuban Rum, der sich nahtlos mit feiner Honigsüße anschmiegt und bis ins Finale mithält. Der eher ernsthafte Ron Mulata scheidet hier leider aus, zu sehr dominiert die lebhafte Zigarre das Geschehen. Der Ron Liberacion passt anfangs eher notgedrungen zur Zigarre wandelt sich aber im Rauchverlauf zum durchaus passenden Gefährten. Es ergeben sich saftige buttrige und nussige Noten, welche die zu Letzt etwas harsche Zigarrenaromatik abfedern.

Auch die Zigarre aus dem Hause Partagas deren Namenssytematik mit Nummer und Serie wirklich etwas für Zigarrenverrückte ist, präsentiert sich anders als bekannt. Die Marke Partagas wird als kräftig, erdig und vollmundig charakterisiert, die Serie C No.3 beginnt aber eher mild und leicht süßlich - doch sie schmeckte grandios. Bei etwas festem Zug wird die Zigarre im Mittelteil etwas ausdrucksstärker, während sie sich im letzten Drittel wieder milder darstellt. So passt der Fine Cuban Rum aus den Bourbonfässern besonders im frühen Stadium des Rauchverlaufs, später wird er zu kräftig. Dem seriösen 15-jährigen Ron Mulata zaubert die Partagas ein Lächels ins Gesicht, er wirkt mit dem Rauch etwas milder, süßlicher und passt über den ganzen Rauchverlauf sehr gut.

Geschmack von nasser Pappe

Leider entpuppte sich die letzte Kombination mit dem Ron Liberacion als Katastrophe. Ein Geschmack von nasser Pappe und abgestandenem Bier ergab sich aus den beiden sonst sehr guten Produkten, die unbedingt solitär genossen werden sollten. Das Fazit: Zigarren und Rum aus Kuba bilden meist, aber nicht immer ein prima Doppel. So bestätigte sich der Gourmet-Spruch: "Was nebeneinander liegt, muss nicht unbedingt verheiratet sein, aber eine kleine Kuschelei verträgt sich meist ganz gut..." Impressionen sehen Sie in unserer Fotoshow.

Alle wichtigen Infos zum Zigarrenrauchen finden Sie hier.

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