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Whisky aus Niedersachsens "Highlands"

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Whisky aus Niedersachsens "Highlands"

04.03.2013, 14:22 Uhr | Carsten Albert, dpa, wanted.de

Whisky aus Niedersachsens "Highlands". Diese edle Tropfen kommt aus dem Harz. (Quelle: dapd)

Diese edle Tropfen kommt aus dem Harz. (Quelle: dapd)

Whisky aus Deutschland? Das klingt nach einem widerlichen Gesöff. So genießbar wie Felgenreiniger. Whiskybrennen ist ein Mysterium. Und das Wissen darum bewahren Schotten und Iren seit Jahrhunderten für sich. Ein 28-Jähriger aus dem Harz belehrt indes alle Kritiker eines Besseren: Alexander Buchholz brennt einen mit Bestnoten prämierten Single Malt.

Foto-Serie mit 17 Bildern

Glasklar rinnt das Destillat aus einem kleinen Hahn des holzbefeuerten Kupferkessels der Zorger Schnapsbrennerei. Schwere süßliche Aromen erfüllen den Raum - mit einer zarten Note von Karamell. Alexander Buchholz hält Zeige- und Mittelfinger in die Flüssigkeit, verreibt ein paar Tropfen in seinen Händen und riecht daran. "Die Qualität wird mit der Nase geprüft", erklärt der 28-Jährige. Den Geruchstest wiederholt er mehrfach, dann dreht er den Hahn zu: "Jetzt wird's zu scharf". Den Nachlauf füllt er in einen extra Behälter.

Variationen und Experimente

Seinen ersten Whisky habe er mit 18 getrunken, sagt Alexander Buchholz. Dann lacht er. "Naja. Zumindest ist das die offizielle Version", merkt er an. Aber die Idee zum Whiskybrennen sei ihm in diesem Alter gekommen. Für die "Bourbon-Kola-Variationen" seiner Klassenkameraden habe er sich wenig interessiert.

Vielmehr sei er von Geschichte, Herstellungs- und Reifeverfahren des Whiskys fasziniert gewesen. So habe er sich inzwischen, nach absolviertem Betriebswirtschaftsstudium, seiner Leidenschaft gewidmet.

"Die Schotten teilen ihr Wissen nicht", sagt Buchholz, deshalb habe er sich die Kunst des Brennens in den vergangenen zehn Jahren selbst beigebracht. Da aber sein Vater eine kleine Spirituosenmanufaktur führe, sei der Weg zum ersten eigenen Single Malt nicht allzu schwierig gewesen, gibt er zu. Ein halbes Jahr habe er unterschiedliche Verfahren ausprobiert und dann die ersten beiden Fässer gebrannt.

Inzwischen lägen rund 400 Fässer à 250 Liter "Glen Els" im Keller der Destillerie und reiften. Der Produktname sei eine Hommage an bekannte Scotch-Marken sowie an den Harz. "Glen ist gälisch für Tal und aus der hiesigen Els-Quelle stammt das Wasser für unseren Whisky", erläutert der Schnapsbrenner. Die jährliche Abfüllmenge sei aber "äußert überschaubar". >>

Große Destillerien produzierten pro Stunde so viel wie er in einem Jahr. "Nicht schlimm", befindet der 28-Jährige. Viel Geld lasse sich mit dem deutschen Whisky sowieso nicht verdienen. Dieser sei eben nur für Liebhaber. "Whisky entsteht im Fass", erklärt der Zorger. Von dem Eichenholz erhalte der Brand erst Geschmack und Farbe. Und hier gelte: je älter, desto besser. Teils in ehemaligen Sherry- und Weinfässern lagere er das Destillat. Mindestens drei Jahre und einen Tag. Erst dann dürfe auch "Whisky" auf dem Etikett stehen.

McAllister soll ein "Fan" sein

"Fans" nennt Buchholz seine Kunden. Und zu diesen soll auch ein prominenter Niedersachse mit schottischen Wurzeln zählen: Ministerpräsident David McAllister (CDU) kredenzt angeblich Gästen der Staatskanzlei hin und wieder einen Glen Els. Bestätigen wollte der Politiker das auf dapd-Anfrage jedoch nicht. Und auch Buchholz hält sich diesbezüglich bedeckt. Der britische Whisky-Papst Jim Murray bekennt sich dagegen offen zu dem Single Malt aus den niedersächsischen "Highlands". In seiner "Bible", in der er rund 4500 Sorten aus aller Welt bewertet, verleiht Murray dem "Alrik By The Glen Els", einer inzwischen ausverkauften Whiskysorte Buchholz', 95 von 100 Punkten. Der im Eichenfass gereifte Kornbrand aus dem Harz erhielt damit die beste jemals für einen deutschen Single Malt vergebene Bewertung des Briten. Für Schnapsbrenner ist dies "eine besondere Ehre", denn viele anerkannte Whiskymarken aus Schottland und Irland haben dagegen ein nicht annähernd so gutes Prädikat erhalten.

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