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Whisky-Favoriten der Messe Interwhisky

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Die Whisky-Favoriten von wanted.de

21.07.2016, 11:17 Uhr | Christoph Schmidt, wanted.de

Whisky-Favoriten der Messe Interwhisky. All diese Whiskys stammen aus Destillen, die an der schottischen A9 liegen. (Quelle: Jens Höfling / wanted.de)

All diese Whiskys stammen aus Destillen, die an der schottischen A9 liegen. (Quelle: Jens Höfling / wanted.de)

Whisky feierte in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Siegeszug. Von Shanghai über Mumbai bis nach Hamburg und Madrid entdecken immer mehr Männer den Klassiker aus Schottland. Die Sterne-Gastronomie hat den Trend längst erkannt und bietet dem Genießer eine erlesene Auswahl samt passendem Rauchwerk. Grund genug für WANTED.DE auf Deutschlands wichtigster Whiskymesse den neuesten Trends nachzuspüren. Die aktuellen Whisky-Trends 2017 finden Sie hier.

Dabei sprachen wir mit einem der wichtigsten Männer im weltweiten Whisky-Zirkus, probierten Rauchbomben und Schokotorten und einen Whisky, der zum Weltall ein ganz besonderes Verhältnis hat.

Die Spitze der Single Malt Scotch Whisky

Eines vorweg: Auch wenn die Schotten immer mehr Konkurrenz aus der ganzen Welt bekommen, stammen die Spitzen-Whiskys nach wie vor von der grünen Insel. Rund einhundert aktive Brennereien sorgen mit Herzblut für Nachschub für durstige Kehlen und bieten eine schier unüberschaubare Bandbreite an Abfüllungen und Geschmacksrichtungen. Das war auch in Frankfurt am eigenen Leib zu erleben, denn vor den Ständen der beliebtesten schottischen Brennereien bildeten sich lange Schlangen. Besonders schlimm war es dort, wo es Spezialabfüllungen und Raritäten zu kosten gab – und das waren durch die Bank weg sogenannte Single Malt Scotch Whiskys. Die stammen aus einer bestimmten Brennerei. Wer eine Flasche mit dem Zusatz Single Barrel ersteht, genießt sogar einen Whisky aus einem bestimmten Fass. Solche Flaschen sind meist nummeriert und bieten oft unvergleichlichen Genuss – und bei einem Top-Produkt immense Wertsteigerungsmöglichkeiten. Interessant für Fans, die Whisky lieber sammeln als trinken.

Neue Location, viel Ärger

Dafür sind wir aber nicht auf die Messe gekommen. Hier heißt es schnuppern, kosten und dem Whiskyfieber erliegen. Auch wenn in diesem Jahr der Spaß am Kosten und Plaudern durch die neue Location der Interwhisky mächtig beeinträchtigt wurde. Es begann mit der langen Schlange und stundenlangem Anstehen vor dem Thurn-und-Thaxis-Palais in Frankfurt. Wer es schließlich in den Verkostungsraum auf zwei Ebenen schaffte, musste sich durch enge Gänge zwischen den Ständen schieben. Die Luft war an vielen Stellen stickig warm. Von den versprochenen 30 Prozent mehr Ausstellungsfläche war nichts zu spüren. Gäste und Austeller, mit denen wir sprachen, waren zum Teil verärgert. Viele langjähriger Besucher wollen im kommenden Jahr nicht mehr kommen. Die Experten von Whisky Spirits sprachen sogar von deutlichen Umsatzeinbußen. Die Location sei für so einen Event schlicht ungeeignet. Hier müssen die Veranstalter deutlich gegensteuern, wenn sie die Whisky-Fans nicht langfristig verprellen wollen. Doch es gibt offenbar Hoffnung: WANTED.DE erfuhr, dass für nächstes Jahr deutlich mehr Ausstellungsfläche geplant ist.

Wo Mann noch Mann sein kann

Doch nun zum hochprozentigen Stoff im Glas. Denn bei Whisky kann Mann noch voll Mann sein. Denn die Liebe zu dem harten Stoff ist meist noch Männer-Sache. Auch wenn immer mehr Frauen ihre Liebe zu den hochwertigen Destillaten entdecken. Dabei steigt die Auswahl rasant. Denn nicht nur die Schotten wissen, wie sie einen guten Whisky brennen. Auch und vor allem die Deutschen üben sich immer fleißiger an der geheimnisvollen Kunst der Whisky-Herstellung. Dabei scheint Platz für alle zu sein, denn der Markt wächst rasant – und mit ihm das Können der Brennereien. Ein deutsches Destillat hat es sogar in die Whisky-Bibel von Jim Murray geschafft. Sloupisti aus dem Spreewald wurde von der Branchen-Größe als „Superstar-Whisky“ geadelt.

Deutsche Brenner entdecken den Whisky

Aber auch andere deutsche Destillate wie die von Finch aus der Schwäbischen Alp gewinnen bei Verkostungen regelmäßig Medaillen. Hans-Gerhard Fink brennt den schwäbischen Highland Whisky. Der Landwirt kommt eigentlich vom Obstbrennen her, hat aber vor Jahren bei einem Schottlandurlaub seine Leidenschaft zum Whisky entdeckt. Mittlerweile brennt er ordentliche Destillate. Dabei stach der Dinkel-Port hervor, der vier Jahre im Barriquefass lagerte und dann ein zweijähriges Finish im Portweinfass erhielt. Der Brand hat intensive Rosinen- und Portweinaromen. Dabei ist er nicht mit einem Single Malt aus Schottland vergleichbar. Das will Fink auch gar nicht. Denn er setzt auf seinen eigenen Charakter und ein eigenes Reinheitsgebot. Vor- und Nachlauf des Brennvorgangs sind für seine Destillate Tabu. Um das Thema deutscher Whisky besser in der Öffentlichkeit zu platzieren, hat er den Verband Deutscher Whiskybrenner gegründet, dem er auch vorsitzt. Hier sind Hersteller wie Slyrs vom Schliersee oder Ziegler aus Freudenberg vertreten, die vor allem für ihre edlen Obstbrände bekannt sind.

Spezialabfüllungen sind voll im Trend

Doch zu den Klassikern von der grünen Insel. Besonders gefragt sind derzeit Spezialabfüllungen, die den Whiskyfans das Gefühl des Besonderen geben. Vor allem die Varianten in Fassstärke lassen dabei die Herzen höher schlagen. Sie sind meist ungefiltert und unverdünnt, was ordentlich Prozente auf die Waage bringt. Dabei bieten immer mehr schottische Brennereien exklusive Zirkel für ihre Fans wie die Friends of Laphroaig, das Ardbeg-Committee oder die Friends of the Classic Malts. Als Belohnung für die Mitgliedschaft verwöhnen die Brennereien ihre Fans dann mit Spezialabfüllungen. Wir kosteten einen zwölfjährigen Lagavulin, der in unbenutzter europäischer Eiche lagerte. Das bernsteinfarbene Destillat mit reichen Noten von Früchtekuchen und Torf überzeugte die Tester durch seinen milden Charakter und dichte Struktur. Bei Laphroaig probierten wir den gelblich hellen Cairdeas Origin mit starken 51,2 Prozent, der durch starken Torf und Rauch sowie einer angenehmen Süße auffiel. Der sehr runde aber angenehm kräftige Whisky füllt den gesamten Mund mit seiner Stärke aus und bietet ein ungemein langes Finish – ein starke Stoff für eine große Fan-Basis.

Weltraum-Whisky

Für Weltraumfans ist der Ardbeg Galileo genau das richtige. Wie in jedem Jahr begeistern die Schotten mit einem spannenden Konzept-Whisky. Nach dem extrem dichten Alligator vom Vorjahr entführt Ardbeg seine Fans dieses Jahr ins All. Im September kam das gute Stück für 59 Euro auf den Markt, war innerhalb kürzester Zeit vergriffen und erlebte seitdem eine wahre Preisexplosion. Bis zu 200 Euro muss der Adept hinlegen, will er sich zu Weihnachten die vermeintliche Freude aus dem All gönnen. Doch wieso Weltraum? Ardbeg hatte 2011 eine Flasche Whisky zur Internationalen Raumstation ISS geschickt. Ziel sei den Lagerungsprozess von Whisky in der Schwerelosigkeit zu erforschen. Diesem Projekt widmen die Schotten jetzt den Galileo. Doch zu dem Stoff: Ardbeg komponierte den Galileo aus verschiedenen Qualitäten des Jahres 1999, die in Ex-Bourbon- und Marsala-Fässern reiften – einem italienischen Süßwein. Der Holzeinfluss führt zu einem süßlich-herben Whisky, der sehr dicht und intensiv daherkommt. Im Mund glänzt er sowohl mit Kohle und Torf als auch frischeren Zitrus-Noten. Der Nachhall ist gewohnt lang und bietet fast schon teerige Espresso-Aromen und süßes Toffee.

Bei der Schwestermarke Glenmorangie trafen wir Michael Scheibe, der als Brand Embassador für beide Marken verantwortlich zeichnet. Glenmorangie setzt bei seinen Whisky vor allem auf verschiedenste Finishes in Fässern wie Oloroso-Sherry, Sauternes oder toskanischem Wein. So lagerte der Artein in Sassicaia -Fässern, einem der teuersten und begehrtesten italienischen Rotweine überhaupt. Scheibe führt den Erfolg des schottischen Whiskys auf einen Wandel in den Köpfen der Verbraucher zurück. So würden immer mehr Kunden bewusster genießen und deshalb weniger aber dafür hochwertigere Produkte kaufen. Und dazu gehöre Single Malt Scotch allemal. Besonders stolz ist man bei Glenmorangie auf die Höhe der Brennblasen, die einen überaus milden Alkohol ermöglichen. Zudem sei das besonders harte Wasser eines der Geheimnisse für die Qualität bei Glenmorangie. Wir durften einen ganz besonderen Stoff probieren: den Glenmorangie Quarter Century. Hier vermählten die Whisky-Experten Brände aus Oloroso-Sherry, Ex-Bourbon und Burgunder Fässern. Der Whisky schmeckt ungemein mild und fruchtig, intensiv nach roten Beerenfrüchten mit einem warmen Finish von Gewürzen, die er seiner langen Fasslagerung von 25 Jahren verdankt. Ein überaus filigraner Whisky und ein wunderbares Gegenstück zu den brettharten Whiskys von der Insel Islay.

Johnny Walker gibt den Label-Spezialisten

Wer es generell etwas sanfter und edel mag, der greift zu den bunten Label-Flaschen von Johnny Walker. Der schottische Riese setzt auf Blends – das sind Verschnitte verschiedenster Whiskysorten, die zu einem besonderen Geschmack vermählt werden. Hier kosteten wir Gold, Platinum und Blue. Der goldene Whisky wendet sich an Einsteiger - aber auch und vor allem an Frauen. Er wurde ursprünglich für den asiatischen Markt entwickelt und zeichnet sich durch eine leicht würzige Süße aus. Der Nachhall ist recht kurz und der Whisky für unsere Belange etwas zu schwach auf der Brust. Da hat das Platinum Label schon deutlich mehr geschmacklichen Bumps. Gold-gelb liegt er im Glas und ist ebenfalls recht süß, aber deutlich dichter mit dunklen Aromen und einem Hauch von torfigem Rauch sowie Salz. Mit 80 Euro ist er aber auch nicht ganz billig. In der preislichen Spitzenklasse spielt schließlich der Johnny Walker Blue Label. Er hat ein deutliches Sherry-Aroma mit den damit verbundenen Anklängen von Rosinen. In dem Spitzen-Blend finden sich bis zu 50 Jahre alte Malt Whiskys. Der Abgang ist lang und rauchig.

Raritäten im klassischen Stil

Am Stand von Whisky Spirits aus Frankfurt probierten wir eine Rarität von Signatory Vintage. Das Unternehmen ist einer der großen Abfüller Schottlands und hat neben vielen einfachen Fassabfüllungen auch eine ganze Reihe an interessanten Fassstärken im Angebot. Wir kosteten eine Einzelfassabfüllung von Highland Park aus dem Jahre 1991. Durch die 20 Jahre dauernde Reifung im Sherry Butt erhielt der Whisky seine leuchtende Bernsteinfarbe und intensive Aromen nach Rosinen und getrockneten Früchten. Im Geschmack dann ein starker Sherryfass-Ton gepaart mit floralen Noten und einem langen, sanftem Abgang. Ein guter Allround-Whisky, der viele Whisky-Fans glücklich machen könnte.

Aroma-Konzept überzeugt

Einen überaus interessanten Importeur besonderer Whiskys trafen wir mit Corinna Schwarz am Stand von Alba Import.  Neben einer ganzen Palette verschiedener Whiskys vertreiben die  Nottensdörfer etwa die Wemyss Malts, die mit ihrem Aroma-Konzept eine ganze Reihe spannender Spezialabfüllungen bieten. Blumige Namen wie „Driftwood“, „Strawberry Ganache“ oder „Lemon Smoke“ mache hier Lust auf mehr. Besonders schmeckte uns ein Tormore aus dem Jahre 1988, von dem es nur 251 Flaschen gibt. Die „White Chocolate Torte“ genannte Fassabüllung von der Speyside überzeugte mit seiner cremigen Raffinesse und hohen Fruchtigkeit. Hinzu kamen warmen Bitterschokoladenoten und ein Hauch von Marzipan, die dem 24-jährigen Brand ein besonderes Finish gaben. Alba Import vertreibt aber auch spannenden Islay-Whiskys der jungen Marke Kilchoman, eine 2005 auf Islay eröffnete Farm-Brennerei. Unsere Probierempfehlung ist die „100 % Islay Release“. Alle Zutaten für diesen Whisky stammen von der umtosten Insel. Der torfige Brand lagerte drei Jahre in frischen Bourbon-Fässern und bestach durch einen dezenten Zitrus-Ton und seinem heftigen Abgang von 50 Alkohol-Volumenprozent. Etwas ganz Besonderes, das nur in sehr geringen Mengen produziert wird.

Port Ellen – eine schwindende Legende

Noch rarer und extrem teuer war der Port Ellen von Douglas Laing. Die Brennerei wurde bereits 1983 geschlossen. Und damit schwindet Jahr für Jahr das Angebot. Das nutzen clevere Abfüller und werfen immer wieder begrenzte Mengen auf den Markt. Damit erzielen sie dann Rekordwerte von vielen hundert Euro – und die Preise steigen immer rasanter. Der 35 Jahre alte Brand, den wir probieren durften, schmeckte extrem würzig. Er gehört wohl zu den ältesten noch erhältlichen Abfüllungen und kostet fast 1000 Euro. Ein süßlich rauchiges Aroma und eine nicht enden wollende Länge – absolutes Kultpotenzial, das es sicher so nicht mehr lange zu genießen geben wird. 

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